Glaubensmuster – wie sie uns prägen und aufhalten.

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Das Wort Glaubensmuster ist schon fast selbsterklärend, aber tatsächlich nur fast. Was sind denn überhaupt Glaubensmuster?

Das Wort Glaubensmuster ist schon fast selbsterklärend, aber tatsächlich nur fast. Was sind denn überhaupt Glaubensmuster? Ich würde behaupten, man hört es immer häufiger. Glaubensmuster sind abgespeicherte Überzeugungen. Gedankengänge, die immer wieder wiederholt werden. Aus erfahrenen, erzählten und vorgelebten Dingen entstehen Überzeugungen. Das Bilden einer Meinung entsteht durch Prägung auf einem bestimmten Gebiet. Prägung in Bezug auf eine Überzeugung. Wenn wir älter werden, entstehen durch eigene Erfahrungen und Erlebnisse auch Glaubensmuster. Der Verstand, mit einer Computerfestplatte zu vergleichen, sichert jede Erfahrung und wandelt sie in eine Prägung. Währenddessen entstehen sofort Bilder und Meinungen im Kopf. Sobald man in gewisse Situationen kommt und auf bestimmte Menschen trifft, holt der Verstand, alles hervor was zuvor zu diesem Thema gespeichert wurde, inklusive der Meinung und Prägung. Nach dem Motto: „denke dran und was wäre, wenn“. Der Verstand holt auch Bilder hervor die nie entstanden sind, die sich aber aus ähnlichen Erfahrungen ergeben können. Der Verstand möchte uns in keinster Weise etwas Böses, auch wenn es vielleicht auf den ersten Eindruck so rüberkommt, so ist es nicht. Der Verstand hat in dem Sinne, keine Erziehung genossen. Der Verstand wurde nicht geformt, er ist durch die Geburt entstanden und ist damit beschäftigt alles abzuspeichern und zu verwalten was der Mensch aufnimmt. Der Verstand kümmert sich darum, dass wir immer wieder mit Dingen konfrontiert werden. Mit Dingen, die tief in uns sitzen. Dinge, die wir mit uns tragen. Dinge, die uns zutiefst verletzt haben und es beim Gedanken daran immer noch tun. Zu den gespeicherten Überzeugungen werden entsprechende Emotionen ausgelöst. Emotionen sind Gefühle, positive, aber auch negative. Wir Menschen haben es in keinster Weise beigebracht bekommen mit dieser Festplatte umzugehen, geschweige denn mit Gefühlen, wie sollen wir es also angehen und wie sollen wir es verstehen?

Ich habe mich sehr lange gefragt, warum mir keiner sagen konnte, was es mit dem Denken auf sich hat. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich als Kind gedacht habe: „ich werde nie wie meine Eltern“. Und trotzdem schlich sich mit der Zeit deren Verhalten langsam ein. Es dauerte allerdings seine Zeit, bis ich es erkannte oder besser gesagt, bis ich es mir selbst ehrlich eingestehen konnte. Weil mal ehrlich, wer gesteht sich schon selbst gerne ein, wie seine Eltern geworden zu sein? Wahrscheinlich die wenigsten. Aber genau da müssen wir alle wieder hinkommen, in die Ehrlichkeit zu uns selbst.

Wenn wir an diesen Glaubensmustern unbewusst festhalten, was wir tatsächlich tun, weil es einem keiner beibringt, dann sind diese Glaubensmuster auch immer die Basis für neue Entscheidungen in der Gegenwart und somit für eine erfolglose Zukunft. Und genau an dieser Stelle halten wir uns auf, an dieser Schnittstelle, zwischen wollen und tun werden wir von alten Glaubensmustern aufgehalten. Zweifel kommen hoch und Mutlosigkeit macht sich breit. Ein Drahtseilakt entsteht.

Ein Glaubensmuster, das so gut wie jeden Menschen geprägt hat, ist das Verzehren von Fleisch. Daraus resultiert eine massive Umweltverschmutzung, unendlich viel Leid und eine Menge negativer Energie. Die Ernährungstabelle enthält Fleisch und somit unsere Lehrbücher und auch das Wissen, das an Hochschulen vermittelt wird. Diese Glaubensmuster rechtfertigen den gesamten Ablauf dieses Themas. Der Planet, der aus dem letzten Loch pfeift, ist unsere Heimat und dennoch lassen wir es zu und tragen dazu bei, dass Regenwälder gerodet werden und der Lebensraum der Tiere immer kleiner wird oder gar verschwindet. Bei der Verarbeitung von Fleisch wird in überdimensionalen Mengen kostbares Wasser verbraucht. Wasser, das an anderen Stellen auf unserem Planeten Leben retten könnte. Diese alten Glaubensmuster, die uns an den heutigen Punkt gebracht haben, werden die Welt nicht zu einem besseren Ort machen. Neue Glaubensmuster für eine neue Welt.

Das Verhalten der Eltern und Mitmenschen prägt uns und somit unser gesamtes Dasein. Bei mir waren es oft Sprüche wie: „Du musst hart arbeiten für dein Geld, fünfundvierzig Jahre lang, wenn nicht noch mehr“ „Mach das was man dir sagt und fall nicht auf, damit andere nicht schlecht über dich reden können“ „Du kannst dies nicht, du kannst das nicht“ und noch viele weitere. Ich denke jeder kennt den ein oder anderen Spruch oder hat ähnliche Dinge mit auf den Weg bekommen. Die Eltern haben es nur gut gemeint und selbst nicht besser gelernt. Denn auch unsere Eltern wurden geprägt und leiden unter alten Glaubensmustern. Besonders die Nachkriegsgeneration hat es hart getroffen. Auch wenn es schwer sein kann das zu glauben, aber so ist es am Ende des Tages. Niemand kommt als Unmensch auf die Welt, wir alle erblicken das Licht der Welt als reine Babys. Babys, ohne Vorurteile, ohne Überzeugungen, ohne Verurteilungen usw. Im Laufe des Lebens ändert sich diese Reinheit. Der Verstand wächst in jedem Augenblick und durch jede Aktion, die geschieht.

Wenn wir alte Glaubensmuster und dementsprechendes Verhalten erkennen und anfangen den Sinn dahinter zu hinterfragen, dann ist das der erste Schritt in die richtige Richtung. Zum Beispiel: “Warum denke und verhalte ich mich so, das möchte ich nicht“. Wenn wir alte Glaubensmuster nicht erkennen und nicht auflösen, dann werden wir auch keine Veränderung erkennen. Denn wie soll eine Veränderung im Außen funktionieren, wenn der Kopf voll ist und uns in einer Tour ablenkt?

Eine Veränderung beginnt im Kopf, so wie alles andere auch. Wenn wir das Chaos in unserem Kopf beseitigen und Struktur schaffen, dann ist auf einmal ganz viel Platz für neue Glaubensmuster und eine neue Denkweise. Ganz besonders für die Reise zu Dir selbst und über den Verstand hinaus. Eine neue Denkweise kann für Dich ein neues Leben bedeuten, wenn Du Dich dafür entscheidest und anfängst Deine Glaubensmuster und Dein Verhalten zu hinterfragen.

Ich glaub an uns Alle.

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